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Glossar

Peptid-Lexikon

31 Begriffe aus der Peptide-Welt. HPLC, COA, Bac-Water und alles dazwischen. Erklaert ohne Fachchinesisch.

A

AUC

Area Under the Curve — Mass für Gesamtexposition eines Wirkstoffs.

Die Flaeche unter der Plasmakonzentrations-Zeit-Kurve. Zeigt die Gesamtmenge an Wirkstoff die der Körper im Zeitraum aufnimmt. Wichtig für Pharmakokinetik-Vergleiche zwischen Praeparaten.

Aminosaeure

Bausteine von Peptiden und Proteinen.

Es gibt 20 proteinogene Aminosaeuren. Peptide entstehen wenn Aminosaeuren über Peptidbindungen verknuepft werden. Die Reihenfolge bestimmt Funktion und Wirkung.

B

Bac-Water

Bacteriostatic Water — steriles Wasser mit 0.9 Prozent Benzylalkohol zum Anmischen von Peptiden.

Wird verwendet um lyophilisierte Peptid-Pulver in Lösung zu bringen. Der Benzylalkohol hält die Lösung bis zu 28 Tage gekühlt haltbar. Ohne Bac-Water-Konservierung nur 24h Haltbarkeit.

C

Charge

Eindeutige Identifikation einer Produktionsserie. Englisch Lot oder Batch.

Jede Charge sollte ein eigenes COA haben. Bei seriosen Anbietern findet man die Chargennummer auf dem Vial und auf dem zugehoerigen COA.

CJC-1295

GHRH-Analog. Variante mit DAC hat verlaengerte Halbwertszeit.

Wird häufig mit Ipamorelin gestackt um die HGH-Ausschuettung pulsartig zu erhoehen. Siehe Wirkstoff-Seite für Details.

COA

Certificate of Analysis — Pruefzertifikat einer Charge.

Ein COA dokumentiert die Reinheit eines Peptids, meist via HPLC und Massenspektrometrie. Seriose Anbieter veroeffentlichen ein COA pro Charge. Achte auf Datum, Charge-ID, HPLC-Reinheit und Identitaetsbestaetigung.

D

Disulfid-Bruecke

Chemische Bindung zwischen zwei Cysteinen, stabilisiert die Peptid-Struktur.

Bei Peptiden mit mehreren Cysteinen kritisch für die richtige Faltung. Beispiel Insulin, das die Struktur über Disulfid-Bruecken hält.

Dosis-Pyramide

Konzept der Dosis-Steigerung am Anfang eines Zyklus.

Statt mit voller Dosis zu starten, langsam hochtitrieren. Reduziert Nebenwirkungen besonders bei GLP-1-Agonisten wo Uebelkeit ein typisches Anfangs-Thema ist.

Down-Regulation

Rezeptor-Desensitivierung nach laengerer Stimulation.

Bei GHRP/GHRH-Stacks ein bekanntes Thema. Daher Zyklus-Pausen empfohlen damit die Rezeptoren resetten.

G

GHRH

Growth Hormone-Releasing Hormone. Steuert die HGH-Ausschuettung in der Hypophyse.

Synthetische GHRH-Analoga wie CJC-1295 oder Tesamorelin imitieren das koerpereigene GHRH und stimulieren die HGH-Freisetzung.

GLP-1

Glucagon-Like Peptide 1. Hormon das Insulinausschuettung und Saettigungsgefuehl steuert.

GLP-1-Agonisten wie Semaglutid, Tirzepatid und Retatrutid sind die wichtigsten Pharma-Trends im Diabetes- und Adipositas-Markt.

GMP

Good Manufacturing Practice. Standard für pharmazeutische Produktion.

Bei Research-Peptiden ist GMP nicht zwingend vorgeschrieben. Anbieter die GMP-konforme Produktion bewerben, sollten das mit Audit-Dokumenten belegen.

H

Halbwertszeit

Zeit in der die Wirkstoff-Konzentration im Plasma auf die Haelfte sinkt.

Bestimmt das Dosier-Intervall. BPC-157 hat ca 4h, Semaglutid ca 168h. Lange Halbwertszeit bedeutet weniger haeufige Anwendung.

HPLC

High-Performance Liquid Chromatography. Standardverfahren zur Reinheitsbestimmung.

Trennt Peptid-Bestandteile nach physikalisch-chemischen Eigenschaften. Ein HPLC-Chromatogramm zeigt einen sauberen Peak für das Target-Peptid plus eventuelle Verunreinigungen.

I

Insulin-Spritze U-100

Insulin-Spritze mit 100 Einheiten auf 1 ml.

Standard im Peptid-Bereich. 1 Einheit entspricht 0.01 ml. Praktisch für kleine Volumen zwischen 0.05 und 0.5 ml.

IM (intramuskulaer)

Injektion in den Muskel.

Tiefer als subkutan. Bei Peptiden eher selten, meist nur für höhere Volumen oder spezielle Anwendungen.

IV (intravenoes)

Injektion in die Vene.

Schnellste Anflutung, aber im Heim-Setting fast nie sinnvoll. Bei Peptiden nicht Standard.

L

Lyophilisat

Gefriergetrocknetes Pulver. Lagerform der meisten Peptide.

Lyophilisierte Peptide sind über Monate stabil bei Raumtemperatur. Nach Reconstitution mit Bac-Water muss gekühlt gelagert und innerhalb von 28 Tagen verbraucht werden.

M

mcg

Mikrogramm. 1 mcg = 0.001 mg.

Uebliche Einheit für Peptid-Dosen. Beispiel BPC-157 250 mcg pro Anwendung.

P

Peptid-Bindung

Chemische Bindung zwischen zwei Aminosaeuren.

Formal eine Amid-Bindung zwischen der Carboxyl-Gruppe einer Aminosaeure und der Amino-Gruppe der nächsten. Mehrere Peptid-Bindungen bilden ein Peptid oder Protein.

R

Reconstitution

Aufloesen des Peptid-Pulvers in Bac-Water.

Bac-Water wird langsam am Vial-Rand entlang ins Vial gespritzt, nicht direkt auf das Pulver. Anschliessend vorsichtig schwenken, nicht schuetteln. Schuetteln kann das Peptid denaturieren.

Reinheit

Prozentualer Anteil des Target-Peptids im Endprodukt, gemessen via HPLC.

Branchenstandard ist größer 98 Prozent. Werte unterhalb von 95 Prozent sind ein Warnsignal. Reinheit alleine garantiert noch keine Identität, dafuer braucht es ergaenzend Massenspektrometrie.

RUO

Research Use Only — Vertriebskategorie für Forschungssubstanzen.

Peptide werden in DACH meist als RUO vertrieben. Das bedeutet nicht für den menschlichen Verbrauch, was rechtlich der einzig mögliche Vertriebsweg ist. Es bedeutet nicht, dass die Substanz minderwertig ist.

S

Subkutan

Injektion ins Unterhaut-Fettgewebe.

Standard für fast alle Peptid-Anwendungen. Bauch oder Oberschenkel sind gaengige Stellen. Mit U-100-Insulinspritze und 8-13mm Nadel praktisch.

T

T-Max

Zeitpunkt der maximalen Plasmakonzentration nach Anwendung.

Sagt aus, wie schnell ein Wirkstoff nach Injektion sein Maximum erreicht. Wichtig für Timing bei kurzlebigen Peptiden wie Ipamorelin.

Tesamorelin

GHRH-Analog, zugelassen als Egrifta.

Anwendung bei HIV-assoziierter Lipodystrophie zugelassen. Im HGH-System-Stack als langer GHRH-Hebel diskutiert.

Tirzepatid

Dualer GLP-1/GIP-Agonist. Pharma-Name Mounjaro und Zepbound.

Eli Lilly Präparat. Im Research-Markt als generisches Tirzepatid in 5mg und 10mg Vials verbreitet.

U

U-100

Insulin-Spritzen-Standard mit 100 Einheiten pro 1 ml.

Gaengiger Standard in DACH. Bei der Berechnung der Dosis-Einheiten: Einheiten = ml mal 100.

U-40

Insulin-Spritzen-Variante mit 40 Einheiten pro 1 ml.

Weniger verbreitet als U-100, oft in Tiermedizin. Wenn du U-40 nutzt: Einheiten = ml mal 40.

V

Vial

Glasflaeschchen mit Gummi-Stopfen, Standard-Behaeltnis für Peptide.

Typische Groessen sind 2ml, 5ml, 10ml. Das Etikett zeigt Peptid-Name, Menge in mg und idealerweise Chargennummer.

Z

Zyklus

Anwendungs-Zeitraum gefolgt von Pause.

Bei vielen Peptiden empfohlen um Down-Regulation zu vermeiden. Typisch sind 8 bis 12 Wochen Anwendung gefolgt von 4 Wochen Pause.