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GHK-Cu

Auch bekannt als: Copper Peptide

Kupfer-Tripeptid. Bekannt für Hautregeneration und Haarwachstum in topischer Anwendung.

GHK-Cu

Was ist GHK-Cu

GHK-Cu ist ein Tripeptid-Kupfer-Komplex aus den Aminosäuren Glycin, Histidin und Lysin (GHK), gebunden an ein zweiwertiges Kupfer-Ion. Es kommt natürlich im menschlichen Blutplasma vor und wurde erstmals 1973 von Loren Pickart isoliert. Die Plasma-Konzentration nimmt mit dem Alter ab: junge Erwachsene haben rund 200 ng/ml, ab 60 Jahren sind es eher 80 ng/ml.

Chemische Bezeichnung: L-Lysyl-L-Histidyl-Glycine Cupric Acetate. CAS-Nummer GHK: 49557-75-7. Molekulargewicht GHK-Cu-Komplex: rund 402 g/mol. Im Kosmetik- und Hautpflege-Markt unter INCI-Bezeichnungen wie "Copper Tripeptide-1" geführt.

Die kosmetische Anwendung in Seren und Cremes ist etabliert und in der EU als Inhaltsstoff zugelassen. Als injizierbares Forschungs-Peptid ist GHK-Cu hingegen nicht arzneimittelrechtlich anerkannt.

Wirkmechanismus

GHK-Cu wirkt über mehrere Mechanismen, die alle mit der Funktion des Kupfer-Ions zusammenhängen. Kupfer ist Co-Faktor für mehrere Enzyme der Geweberegeneration, darunter Lysyl-Oxidase, das Kollagen und Elastin quervernetzt.

Erstens stimuliert GHK-Cu die Synthese von Kollagen Typ I und III, sowie Elastin, Glycosaminoglykanen und Proteoglykanen in Fibroblasten. Zweitens hemmt es Matrix-Metalloproteinasen (MMPs), die Kollagen abbauen. Drittens fördert es die Angiogenese, ähnlich wie BPC-157 und TB-500.

Viertens hat es nachweisbar anti-inflammatorische Effekte über Modulation der Genexpression. Pickart-Gruppe und andere Forscher zeigten, dass GHK-Cu die Expression von über 4000 menschlichen Genen beeinflusst, viele davon mit Bezug zu Geweberegeneration, DNA-Reparatur und Anti-Aging-Pathways.

Fünftens scheint GHK-Cu antioxidative Effekte zu haben, teils direkt, teils über Erhöhung von körpereigenen Antioxidantien wie SOD-Aktivität.

Anwendungsgebiete in der Forschung

  • Wundheilung: Diabetische Ulzera, chronische Wunden, Verbrennungen
  • Hautalterung: Faltenreduktion, Hautfestigkeit, Pigmentregulation
  • Haarwachstum: Stimulation der Haarfollikel, Stop von Haarausfall in einigen Studien
  • Neuroprotektion: Tiermodelle bei Schlaganfall und Neurodegeneration
  • Lungenregeneration: COPD-Modelle, Reparatur von Alveolargewebe
  • Knochenheilung: Frakturreparatur in Tiermodellen
  • Anti-Tumor-Wirkung: Modulation von Tumor-Suppressor-Genen in Zellstudien

Studienlage

Die wissenschaftliche Basis ist umfangreicher als bei vielen anderen Forschungs-Peptiden, weil GHK seit über 50 Jahren untersucht wird und in kosmetischen Anwendungen kommerziell genutzt wird.

Wichtige Arbeiten:

  • Pickart & Margolina (Frontiers in Aging Neuroscience, 2018): Review zur Rolle von GHK in Alterung und Geweberegeneration
  • Pickart et al. (BioMed Research International, 2015): Übersicht zur Wundheilung
  • Finkley et al. (International Journal of Cosmetic Science, 2005): Klinische Studie zu topischen GHK-Cu-Cremes, signifikante Verbesserung von Hautelastizität
  • Pyo et al. (International Journal of Molecular Medicine, 2007): Wachstum von Haarfollikeln in vitro

Hinweis: Die meisten Humanstudien sind topisch, nicht systemisch. Subkutan injiziertes GHK-Cu hat keine kontrollierten klinischen Studien zur Hand. Die Übertragbarkeit topischer Effekte auf systemische Anwendung ist nicht etabliert.

Was klar ist: GHK-Cu hat reale biologische Effekte auf Fibroblasten und Geweberegeneration. Was unklar bleibt: ob systemische Injektion klinisch relevante Effekte erzielt jenseits dessen, was körpereigenes GHK ohnehin leistet.

Anmischen (Reconstitution)

Typische Vial-Größen: 50 mg, 100 mg, 200 mg Lyophilisat (höhere Mengen als bei BPC-157, weil typische Dosen im niedrigen Milligramm-Bereich liegen).

  • 50-mg-Vial mit 2 ml bakteriostatischem Wasser → 25 mg/ml
  • 100-mg-Vial mit 5 ml → 20 mg/ml
  • 100-mg-Vial mit 2 ml → 50 mg/ml für niedrige Injektionsvolumina

Nach Anmischen Kühlung 2 bis 8 Grad, Stabilität rund 30 Tage. Lyophilisat bei -20 Grad über Jahre stabil. Lösung sollte klar bis leicht bläulich sein (Kupfer-Komplex), keine Trübung.

Dosierungs-Bereich (Forschungsdaten)

Es gibt keine etablierten klinischen Protokolle für systemisches GHK-Cu. In der Forschungs- und Selbstanwendungs-Community kursieren folgende Bereiche:

  • Subkutan: 1 bis 3 mg pro Tag
  • Topisch (Hautpflege): 0,1 bis 2 Prozent in Cremes/Seren
  • Frequenz: täglich oder jeden zweiten Tag
  • Zyklusdauer: 4 bis 8 Wochen, dann Pause

Diese Werte sind Forschungs-Referenzen, nicht klinisch validierte Dosierungen.

Nebenwirkungen

In topischen Anwendungen sehr gut verträglich. Bei systemischer Injektion sind die Daten begrenzt, anekdotisch:

  • Lokale Reizung an der Injektionsstelle
  • Selten Übelkeit oder Müdigkeit
  • Theoretisches Risiko bei Kupfer-Überdosierung: GI-Symptome, Lebereffekte
  • Bei aktiver Tumor-Erkrankung Vorsicht wegen pro-angiogenetischer Wirkung
  • Bei Morbus Wilson (Kupfer-Stoffwechselstörung) kontraindiziert

Die Tagesgesamt-Kupferzufuhr ist im Auge zu behalten. Eine Standarddosis GHK-Cu enthält rund 30 bis 60 mcg Kupfer, was im Bereich der empfohlenen Tagesdosis (0,9 mg für Erwachsene) liegt. Bei Kombination mit Kupfer-haltigen Supplementen kann die Gesamtbelastung steigen.

Halbwertszeit & Pharmakokinetik

Die Halbwertszeit im Plasma ist kurz, im Bereich von wenigen Minuten bei intravenöser Gabe. Subkutan etwas länger durch verzögerte Resorption.

Topisch dringt GHK-Cu in die Epidermis und Dermis ein. Die Penetration ist messbar, der Kupfer-Komplex ist klein genug für relevante Hauttiefen.

Orale Bioverfügbarkeit gering, GHK wird im Magen-Darm-Trakt abgebaut. Daher die Bevorzugung von topischer oder injizierbarer Verabreichung.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen GHK und GHK-Cu? GHK ist das Tripeptid allein, GHK-Cu ist der Komplex mit einem Kupfer-Ion. Biologische Aktivität hängt stark vom Kupfer ab, GHK ohne Kupfer ist weit weniger wirksam.

Topisch oder injiziert? Topisch hat die solidere klinische Datenbasis (Faltenreduktion, Wundheilung). Subkutan ist anekdotisch beliebt für systemische Anti-Aging-Effekte, aber ohne kontrollierte Studien.

Hilft GHK-Cu gegen Haarausfall? Es gibt in-vitro-Daten zur Stimulation von Haarfollikeln und einige kleine klinische Studien zu topischen Formulierungen. Effektgröße ist moderat, weit weniger als bei Finasterid oder Minoxidil.

Wie lange dauert es, bis Hautwirkung sichtbar ist? In topischen Studien zeigen sich Verbesserungen der Hautelastizität typischerweise nach 8 bis 12 Wochen täglicher Anwendung.

Warum die blaue Farbe? Der Kupfer-Komplex absorbiert Licht im sichtbaren Spektrum, daher die charakteristische blau-grünliche Färbung in Lösung. Wenn die Färbung verschwindet, ist der Komplex vermutlich zerfallen.

Rechtlicher Status DACH

Stand 2026: GHK-Cu hat in der EU einen interessanten Doppelstatus. Als kosmetischer Inhaltsstoff ist es zugelassen und reguliert. Als injizierbares Forschungs-Peptid ist es nicht arzneimittelrechtlich zugelassen, der Vertrieb erfolgt in der Forschungs-Use-Only-Schiene.

WADA-Status: GHK-Cu steht aktuell nicht auf der Verbotsliste. Status kann sich ändern, bei Wettkampf-Anwendung aktuelle Liste prüfen.

Eigenimport von injizierbarem GHK-Cu: §73 AMG-Beschränkungen bei therapeutischer Intention.

Verwandte Wirkstoffe

  • BPC-157: Komplementäres Healing-Peptid
  • TB-500: Komplementäres Healing-Peptid
  • Carnosin: Histidin-haltiges Dipeptid mit anti-glykierender Wirkung
  • Matrixyl (Palmitoyl Pentapeptide-4): Anderes Kollagen-stimulierendes Peptid
  • Argireline (Acetyl Hexapeptide-8): Anti-Falten-Peptid mit anderem Mechanismus

Hinweis: Alle Angaben dienen ausschließlich der Forschungs-Information. Diese Peptide sind in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen. Die Inhalte ersetzen keine medizinische Beratung. Anwendung am Menschen ist in Deutschland rechtlich nicht gedeckt.